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Zylinderkopf
#1
Guten Morgen Transsportler...wende mich an Euch, weil ich Hilfe, oder Tips brauche: Habe mir vor rund einer Woche einen TS 2,3 16V aus Rentnerhand zugelegt...140000km...wurde in den letzten 8 Jahren 5000km bewegt...also habe ich schnell meinen alten T4 verscheuert und mir den TS zugelegt. Dass er im Kaltstart nur auf 3 Töpfe lief, habe ich auf die lange Standzeit geschoben...Kerzen, altes Benzin,Einspritzung,...naja...bin halt schon zu lange raus aus dem Kfz Handwerk.
Die Werkstatt meines vertrauens hat mich wachgerüttelt und mal das Kühlwasser mit dem CO Tester geprüft- brauch wohl über das Ergebnis nix sagen...
Jetzt meine 1000 Fragen:
-ist immer gleich der Kopf wegen der 4 Ventile hinüber? oder kann es auch "nur" die Kopfdichtung sein?
(raucht ganz kurz weiß...nach ca 500m kommt der 4 Zylinder und dann läuft die Kiste den ganzen Tag normal)
-was kostet denn ungefähr das Material, wenn es eben "nur" die Dichtung ist? und wo bestelle ich am Besten Teile?
-woher bekommt man ein deutsches Handbuch?
-einige Bekannte haben mir schon die Freundschaft gekündigt, als sie den Platz im Motorraum gesehen haben: hab was von "nach vorne kippen" gelesen...kann das der Kfz´ler in seiner Garage reparieren?
...und zu guter Letzt: rentiert sich eine Reparatur? meine Werkstatt würde rund 1000€ dafür nehmen...oder verkauf ich ihn wohl besser für ein paar € zum ausschlachten? (TÜV hat er, guter und gepflegter Zustand)

Vielen Dank,
Thomas
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#2
Zitat:ist immer gleich der Kopf wegen der 4 Ventile hinüber? oder kann es auch "nur" die Kopfdichtung sein?

die Erfahrung der Mitstreiter hat gezeigt, das es durchaus auch nur die Kopfdichtung sein kann. Ein erfahrerer Schrauber sollte das eigentlich hören, ob da ein oder mehrere Ventile betroffen sind. Allerdings kann niemand rein schauen, gut möglich, das Köpfe zwischen den Zylindern gerissen sind. Deine Beschreibung (weißer Rauch, nach 500m läuft er) läßt auf Wassereinbruch schließen, der aktuell wohl noch recht klein ist, was sich allerdings schlagartig ändern kann. Also ich hätte hier gute Hoffnung, das es nur die Kopfdichtung ist, wenn der Klang, die Laufruhe hinterher okay ist.


Zitat:was kostet denn ungefähr das Material, wenn es eben "nur" die Dichtung ist? und wo bestelle ich am Besten Teile?

2,3er sind nicht meine Ebene, hab ich mich bisher nur mit beschäftigt, wenn Freunde Hilfe brauchten. Die reine Dichtung kostet in Germany um die 50 Euro, Kopfschrauben sollte man mindestens mitnehmen, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Ich persönlich bestelle innerhalb Deutschlands nur bei Cars&Stripes, in USA bei Rockauto, aber warte hier bitte noch auch Rückmeldungen anderer, es gibt da durchaus noch Alternativen.


Zitat:woher bekommt man ein deutsches Handbuch?

Ab und an bekommt man Druckware bei Ebay, wie z.b. diese hier. Der Preis mag erschrecken, ist aber für Drucksachen durchaus normal und fair, denke ich.
Vorsicht vor CD's mit Reparaturhandbüchern bei Ebay, die sind allesamt illegal, es gab nie eine offizielle digitale Ausgabe der richtigen Reparaturhandbücher. Ebay ist auch recht schnell damit, solch Produktfälschungen zu entfernen und dann ist möglicherweise dein Geld weg. Die Gemeinschaft hier hat vor Jahren in einem gemeinsamen Projekt einen Scan dieser Bücher organisiert, zur privaten Verwendung und mit der Selbstverpflichtung, das diese auch immer kostenfrei weitergegeben werden. Da wird sich sicher noch der eine oder andere bei dir melden.


Zitat:einige Bekannte haben mir schon die Freundschaft gekündigt, als sie den Platz im Motorraum gesehen haben: hab was von "nach vorne kippen" gelesen...kann das der Kfz´ler in seiner Garage reparieren?
 
Tolle Freunde hast du Weinen
Ich meine, Kopfdichtung am 2,3er ist eine ganz normale Arbeit, wenn man das z.b. mit einem 3,8er vergleicht. Die umliegenden Bauteile wie Luftfilter, Zündplatte etc müssen eh ab und dann ist der Motorraum auch groß genug, die gleiche Arbeit wäre am T4 wohl "bescheidener" Zwinkern
Nach vorn kippen trifft bei diesem Motor wohl nicht zu, das hat man eher beim 3.8er, wenn man an die hintere Bank ran muß


Zitat:...und zu guter Letzt: rentiert sich eine Reparatur? meine Werkstatt würde rund 1000€ dafür nehmen...oder verkauf ich ihn wohl besser für ein paar € zum ausschlachten? (TÜV hat er, guter und gepflegter Zustand)

unter der Voraussetzung, das man es nicht von einer Fachwerkstatt machen läßt, lohnt sich das schon, wenn das Umfeld passt. Ich will nicht verschweigen, das viele Kollegen der 2,3er-Gemeinde einen solchen Kopfschaden zum Anlass genommen haben, um das Fahrzeug zu wechseln. Da war es dann aber immer das Gesamtpaket. Eine gute, rostfreie Karosse ist die halbe Miete.
Es kann durchaus sein, das du hier mit Kosten unter 100 Euro das Auto repariert hast, dann würde sich für mich die Frage nicht stellen. Muß man aber auch noch andere Sachen machen, Motor abdichten, Steuerkette wechseln, Zylinderkopf planen oder gar komplett neu, weil gerissen, kann sich die Summe ganz schnell erhöhen und einen Punkt erreichen, wo es wirtschaftlicher Unsinn wäre, weiter zu machen. Es gibt hier ein paar "Verückte" (wie mich z.B. Grins  ), wo diese Wirtschaftlichkeit nicht unbedingt im Vordergrund steht, da braucht man aber Platz, das Auto auch mal eine Weile abzustellen, viel Erfahrung, um alles selbst zu machen und natürlich auch das Geld dazu und sei es nur für den Ersatzwagen

Wenn du mich fragst, such dir einen guten Reparaturplatz, wo du auch mal 4 Wochen stehen darfst, eine Schrauberwerkstatt für 10 Euro/Std ist eher ungeeignet. Wasser runter, Anbauteile ab und dann den Kopf runter, dabei die alte Kopfdichtung möglichst im Ganzen belassen, dann sieht man leichter, wo der Durchschlag war (erst minimal anheben, ein, zwei Milimeter, an einer Stelle wird die Dichtung lose sein, dann mit einem flachen, langen Messer die Dichtung praktisch von der Fläche, wo sie klebt, ablösen). Mit etwas Glück klebt sie garnicht, mit Pech ist sie zerstört. Die Stelle, wo sie durchgebrannt ist, erkennt man meist an Rußspuren zwischen Zylinderbohrung und einem der Kanäle. Den Kopf reinigen und mit einer Lupe betrachten, möglichst alle engen Stellen, zwischen den Zylindern, von da zu den Kanälen usw. Mit einem in Füllertinte getränkten Lappen abreiben (Fachwerkstätten nehmen fluoreszierende Flüssigkeiten, z.b so was hier), danach oberflächlich reinigen und erneut betrachten, die verwendete Flüssigkeit bleibt in möglichen Rissen und wird sichtbar, wenn der Kopf vorher metallisch blank gereinigt wurde, bei Verwendung von Füllertinte als blauer Riss, bei fluoreszierenden Flüssigkeiten (gibs bei Ebay z.b. bei Künstlerbedarf, möglichst dünnflüssig verwenden) eben unter Schwarzlicht. Die Nockenwelle so durchdrehen, das alle Ventile einmal offen waren, am Ventilsitz erkennt man, ob diese korrekt schließen. Der Sitz ist die Schräge direkt unter dem Ventil, diese Abdichtfläche sollte metallisch blank sein und keine Einbrennungen oder Abbrüche haben.
Danach kannst du mit den gewonnenen Ergebnissen entscheiden, ob es für dich rentabel ist, weiter zu machen. Ich habe auch schon einen Motor hinterher wieder mit der alten Kopfdichtung zusammen gebaut, weil es sich nicht lohnte (zwischen den Zylindern gerissen), mit dem Grund, das ich das Auto noch mit seiner Maschine auf meinem Grundstück bewegen kann. Ausgaben in diesem Fall gleich Null. Kopfdichtung an einem Chevy (nicht TS) hatten wir Ostern gemacht, da hatten wir aber nebenbei auch den Motor komplett abgedichtet.
Vorausgesetzt, man weiß, was man tut, der Kopf und der Zylinderblock sind okay und man hat Teile zur Hand, würde ich für mich einschätzen, das man das in einem Zeitraum von 3-6 Stunden locker und gemütlich ohne Streß schaffen kann, die meiste Zeit geht fürs Reinigen drauf, denn Sauberkeit ist dabei das oberste Gebot. Allerdings bin ich, wie gesagt, auch ein bissl verückt und im Voraus bestellte Teile wären kein Verlust, die bleiben liegen für den nächsten Fall
In deiner Position mußt du selber einschätzen, hast du die Kenntnisse und die technischen Möglichkeiten? Hast die auch die Zeit, ggf eine Woche auf Teile zu warten, aus dem Ausland ggf noch länger. Willst du das Risiko eingehen, im Voraus bestellte Teile eventuell auch in den Sand zu setzen, wenn z.b. der Kopf dahin ist? usw. usw.
Für jemanden aus der Stadt, der im Normalfall unter einer Laterne steht und zu ATU fahren muß, um Bremssteine oder Glühbirnen zu wechseln, ist das definitiv kein Job. Und steht das Auto bei einem Bekannten in der Garage und man muß vier Wochen auf Teile warten, kann es auch Ärger geben, in aller Regel geht nämlich genau in dieser Zeit auch dessen Auto kaputt  Kotzen

Ich muß noch dazu sagen, einen mindestens 22 Jahre alten 2,3er TS mit bekanntem Kopfdichtungsschaden und mit der Beschreibung, wie in deinen Post's, kannst du wohl, wenn du ihn nicht reparierst, am Ende nur verschenken und selbst dann wird es schwierig, weil in aller Regel die letzten Interessenten genau in der anderen Ecke von Deutschland wohnen. Auch das ist ein Grund, warum man oft selbst "gezwungen" ist, zu reparieren", einfach, um den Schaden in Grenzen zu halten.
Es ist aber auch ein Grund, warum es nur noch eine Hand voll zugelassener 2,3er gibt, denn wenn dir keiner das Auto abnimmt, bleibt nur noch der Schrotter
Bei mir stand über zwei Jahre mal ein 2,3er, weil die Besitzerin aus Berlin nur einen Laternenparkplatz hatte und nach Kurbelwellenschaden der Motor gewechselt werden mußte. Das war ein Ein-Euro-Geschäft, Entsorgung wäre teurer gewesen. Irgendwann hat ihn hier jemand aus Thüringen abgeholt, zum gleichen Preis.
Gruß Uwe
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Wer nach vorne sehen will, darf nicht nach hinten denken.

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#3
...schon mal jetzt vielen Dank und ein großes Kompliment ans Forum!!!
ich komm langsam zu der Überzeugung, dass es sich doch rentieren könnte...werf ich ihn weg, ist die Kohle fort, dann muss ich mir zur Überbrückung einen billigen Karrn kaufen, bei dem ich auch wieder nicht weiß was auf mich zu kommt...
Stehen bleiben kann er erstmal auch, da ich zwischenzeitlich die Vespa oder das Moped nehmen kann.
Um Kosten zu sparen trau ich mir auch zu, gewissen Teile die entfernt werden müssen, selbst abzubauen-hab früher auch selber mal ne Kopfdichtung beim Golf gewechselt...heute will ich da aber nicht mehr selber ran-allein schon wegen der Steuerzeiten. Aber wie gesagt-a bissl was schaff ich schon...
Im Netz hätte ich auch zwei Zylinderköpfe für rund 200€/Stück gefunden-also zur Not!

Jetzt wäre die angesprochene deutsche Anleitung sehr hilfreich...also sollte sie jemand haben... Vegan
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#4
Hallo zusammen,
bei unserem 2.3 ist leider auch die ZKD durch. Bei 112.000 km, eine Schande...
Weiß jemand aus dem stehgreif ob die Originale Dichtung aus Stahl ist? Dann würde ch es bei meinem TS mit StealSeal probieren. Die Zeit/Knete für die Reparatur aufzubringen, lohnt sich leider nicht...
Gruß
Michael
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#5
Sorry wenn ich das so sage aber das ist Pfusch, da kannst so auch weiterfahren, der Kopf muss so oder so runter und die Schrauben neu, da kommt es auf die Dichtung auch nicht mehr an und wenn der Kopf hinüber ist wird es mit einer Knete auch nicht mehr dicht, also entweder zumindest die Kosten für Dichtungen und Schrauben investieren oder gleichbgar nichts mehr machen
schnezi
[Bild: 16083226cl.jpg]
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Leben ist zeichnen ohne Radiergummi
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#6
Hallo schnezi,
völlig richtig: WENN ich den Kopf abnehme, mache ich in jedem Fall alle Dichtungen neu. Aber für die Nummer fehlen mir Zeit und Platz. Und bei Minimum 1000€ ist es nicht wirtschaftlich, das machen zu lassen.
Oder hast du jemanden an der Hand, der das günstiger hinkriegt?
Gruß
Michael
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#7
willst du eigentlich eine goldene Kopfdichtung einbauen (lassen)? 1000 Euro find ich jetzt schon etwas happig.
Ob der alte Kopf dahin ist, weiß noch keiner, also rechne ich Kopfdichtung, Schrauben und ein Tag Arbeit - da bin ich weit weg von 1000 Weinen
Gruß Uwe
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#8
Hast du das schon am 2.3L gemacht?
Teile sind wirklich nicht die Welt. 230€ für die gesamten Dichtungen rund um den Kopf, und dann noch die Kopfschrauben.
Aber dass man das an einem Tag schafft, bezweifle ich stark...
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#9
(21.07.2017, 13:13)MichaelSTR schrieb: Hast du das schon am 2.3L gemacht?

Am 2,3er nicht (schrieb ich glaube oben schon), dafür an anderen Typen oft genug, vom V10 mit 12Liter bis zum Trabant, da sehe ich keinen Unterschied drin. Rechne nur mal grob 2 Stunden für's Runter bauen und zwei für's Reinigen, da bleibt noch einiges an Zeit über.
Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich nur den Bereich um den Kopf abdichte (ZK, Deckeldichtung, Ansaug und Krümmer) oder ob ich den kompletten Motor abdichte (von Wasserpumpe bis runter zur Ölwanne). Letzteres macht man wohl nicht mal eben nebenbei.
Der Haken ist der Kopf, da können einen böse Überraschungen erwarten
Gruß Uwe
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